Konecranes fahndet in Europa und USA nach Verstärkung für das Servicegeschäft
Rechts: Demo Scordialo, Geschäftsführer Konecranes Deutschland
Interview mit CEO Pekka Lundmark und dem deutschen Geschäftsführer Demo Scordialo
Dreieich, 24.08.2010 – Der Weltmarktführer bei Industriekränen Konecranes will vor allem in Schwellenländern deutlich zulegen. Bisher machen die Finnen dort rund ein Drittel des Umsatzes von zuletzt 1,6 Milliarden Euro. „Wir wollen diesen Anteil mittelfristig auf 50 Prozent erhöhen“, sagte Konzernchef Pekka Lundmark. Dort wolle man vor allem mit Zukäufen von Herstellern wachsen. So schnappten sich die Finnen 2009 den chinesischen Industriekranbauer Sanma mit umgerechnet 20 Millionen Euro Umsatz. In China sei man jetzt Nummer 1.
Der Markt für Industriekräne ist derzeit noch stark zersplittert. Hier erwartet Lundmark eine deutliche Konsolidierung. Von den heute über hundert Herstellern würden wie bei Hafenkränen „sechs bis sieben global relevante Firmen übrig bleiben“.
Mit Zukäufen wollen die Finnen ihren Marktanteil mittelfristig auf 30 Prozent verdoppeln. In Europa und USA setzt Konecranes vor allem auf Zukäufe von Kranservicefirmen. „Wir kommen unserem Ziel, monatlich zwei bis drei Dienstleister zu kaufen, sehr nahe“, sagt Lundmark. Allerdings seien die acht seit Jahresbeginn übernommenen Servicefirmen relativ klein. Angesichts einer schuldenfreien Bilanz könne man auch die Übernahme größerer Unternehmen stemmen. Attraktiv wären Serviceunternehmen mit 50 bis 100 Millionen Euro Umsatz. Allerdings seien derzeit keine Unternehmen in dieser Größenordnung am Markt.
Mit Blick auf das zweite Halbjahr zeigte sich Lundmark „vorsichtig optimistisch“. Während der Auftragseingang im ersten Quartal noch rückläufig gewesen war, zogen die Orders zwischen April und Juni um sieben Prozent auf 685,2 Millionen Euro an.